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Investitionen in Afrikas Logistik

WASHINGTON, DC – Angesichts der Verschärfung der COVID-19-Krise haben Ausgangssperren dazu geführt, dass die Verbraucher in den hochentwickelten Ländern deutlich mehr online einkaufen. Dies gilt für alles: von Lebensmitteln über Medikamente bis hin zu Haushaltswaren des täglichen Bedarfs. Afrikaner, die ähnlichen Ausgangsbeschränkungen ausgesetzt sind, genießen weder diesen Komfort noch die damit einhergehende Sicherheit.

Während des vergangenen Jahrzehnts haben eine wachsende Mittelschicht und die rasch zunehmende Verbreitung von Mobiltelefonen und Internet die Sichtweise gestützt, dass die afrikanischen Länder reif für eine erfolgreiche Einführung des elektronischen Handels seien. Die Konsumausgaben auf dem Kontinent sollen laut Prognosen bis 2025 ein Volumen von 2,1 Billionen Dollar erreichen. Die Verbreitungsrate von Mobiltelefonen dürfte in Schwarzafrika bis dahin 50% erreicht haben.

Bisher jedoch haben es die Unternehmen weitgehend nicht geschafft, das Potenzial Schwarzafrikas im Bereich des elektronischen Handels anzuzapfen. Grund hierfür sind logistische Herausforderungen und Effizienzmängel. Nigeria, der größte Markt des Kontinents, rangiert, was die Effizienz seiner Logistik angeht, laut Weltbank unter 160 Ländern an 110. Stelle. Es kann drei Mal so lange dauern, ein Autoersatzteil über Lagos (Nigeria) zu importieren wie über Durban (Südafrika). Und der Warentransport kostet laut Schätzungen aus dem Jahr 2015 in Schwarzafrika bis zu fünf Mal so viel wie in den USA. Überall auf dem Kontinent hat ein Mangel an Integration zur Folge, dass es die Unternehmen mit kleineren Märkten und erheblich mehr Bürokratie bei Grenzüberquerungen zu tun haben.

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