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Woran es den globalen Pandemie-Maßnahmen fehlt

WASHINGTON, DC – Nachdem Covid-19 in den Industrieländern wütete, richtet die Krankheit nun verheerende Schäden in Entwicklungs- und Schwellenländern an, von denen die meisten nicht über die medizinischen und finanziellen Kapazitäten zur Bekämpfung der Pandemie und ihrer wirtschaftlichen Auswirkungen verfügen.

Die Abwehrmaßnahmen in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften umfassen in erster Linie soziale Distanzierung, Händewaschen, Gesichtsmasken und großflächige Lockdowns. In den ärmeren Ländern allerdings sind derartige Maßnahmen praktisch unmöglich. Die Menschen wohnen dort tendenziell dicht zusammen und Gesichtsmasken sowie Seife sind Mangelware. Außerdem werden Fließwasser und sanitäre Einrichtungen, die sich oft in beengten Gassen befinden, vielfach gemeinsam benutzt. Um dorthin zu gelangen und um Lebensmittel einzukaufen, müssen viele arme Menschen täglich außer Haus gehen. Für sie kommt ein erzwungener Lockdown also einer Verurteilung zu Armut und möglicherweise auch Hunger gleich.

Die Zustände in vielen Teilen Indiens veranschaulichen die Katastrophe, die sich in Entwicklungs- und Schwellenländern abspielt. Als der indische Premierminister Ende März einen plötzlichen Lockdown erklärte, verloren Millionen Migranten ihre Arbeit und waren gezwungen, in ihre oft Hunderte Kilometer entfernten Dörfer zurückzukehren. Da keine Transportmittel zur Verfügung standen, gingen sie einfach zu Fuß und verbreiteten auf ihrem Weg das Virus.

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