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Eine Hunger-Pandemie

URBANA, ILLINOIS – Auf der ganzen Welt steigt die Ernährungsunsicherheit. Experten prognostizieren, dass sich die Zahl der Hungernden während der COVID-19-Pandemie verdoppeln wird. In ganz Afrika kämpfen Regierungen darum, die Bedürftigsten zu versorgen. In Burkina Faso, wo zu einem Zeitpunkt die meisten Todesfälle aufgrund von COVID-19 in Afrika südlich der Sahara zu verzeichnen waren, haben mehr als 2,1 Millionen Menschen nicht genug zu essen. In Nairobi kämpfen die Menschen um ihre nächste Mahlzeit. Und in Kapstadt kam es kürzlich zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und Bewohnern, die bei der Verteilung von Versorgungspaketen mit Reis, Bohnen, Öl und anderen Lebensmitteln leer ausgegangen waren.

Doch es geht nicht nur um Afrika. Die Tragödie ist auf den Bildschirmen weltweit zu sehen. In der US-amerikanischen Stadt Phoenix bildeten sich zwei Stunden vor der Ausgabe von Paketen mit haltbaren Lebensmitteln lange Autokolonnen. In Ohio warteten kürzlich über 4.000 Menschen zwei Stunden lang, um ihre Versorgungspakete mit Zerealien, Haferflocken und Nudeln abzuholen.

Es ist dringend erforderlich, dass die Spitzenpolitik in der COVID-19-Krise Wege findet, die ausreichende Versorgung der Menschen mit Nahrungsmitteln sicherzustellen. Als Folge von Lockdowns, Krankheit und Einkommensverlusten wird der Hunger steigen. Und weil Industrie- und Entwicklungsländer gleichermaßen betroffen sind, müssen wir gemeinsam Lösungen finden.

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