bolivian plantation AIZAR RALDES/AFP/Getty Images

Legalisierung ist die einzig praktikable Drogenpolitik

GENF – Der Markt für illegale Drogen stellt das weltgrößte kriminelle Rohstoffgeschäft dar. Mit einem geschätzten Jahresumsatz von 426-652 Milliarden Dollar hat er in etwa ein Drittel der Größe des globalen Ölmarktes, und er wird von Kriminellen beherrscht, denen Gesundheit, Rechte und Sicherheit ihrer Mitmenschen wenig bedeuten. Die Zahl der Drogentoten nimmt weltweit zu: Sie ist von 183.500 im Jahr 2011 auf rund 450.000 im Jahr 2015 gestiegen – eine Zunahme von 145% innerhalb von nur vier Jahren.

Zugleich werden jedes Jahr mehr als 100 Milliarden Dollar für fruchtlose Versuche aufgewandt, den Markt für illegale Drogen zu beseitigen. Im Laufe der letzten 50 Jahre sind viele Länder sogar so weit gegangen, hierfür militärische Mittel einzusetzen. Doch obwohl einige Drogenkartelle ausgehoben werden konnten, ein paar Drogenbosse vor Gericht gestellt wurden und die für den Anbau von Cannabis, Koka und Mohn genutzten Flächen verringert wurden, haben sich diese Erfolge lediglich als vorübergehend erwiesen.

Schlimmer noch: In vielen Fällen wurde das Problem lediglich in andere Länder verschoben, was einen „Balloneffekt“ verursacht hat. So ging etwa die Kokaproduktion nach den frühen 2000er Jahren in Kolumbien zurück und stieg in Peru, nur um anschließend erneut nach Kolumbien zurückzuschwappen. Weil die Drogenhändler ihr Vorgehen anpassen und ändern können, sind Fortschritte immer umkehrbar.

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