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Die Deflationsbesessenheit der EZB

BRÜSSEL – Notenbanken streben nach Preisstabilität, und die Preise sind heute in weiten Teilen der entwickelten Welt überwiegend stabil. Doch die Notenbanker sind erklärtermaßen unzufrieden. Einige Entscheidungsträger, insbesondere bei der Europäischen Zentralbank, bereiten sogar weitere Konjunkturimpulse vor, die die Finanzmärkte von ihrer Entschlossenheit zur Bekämpfung der Deflation überzeugen sollen. Doch überschätzt eine derartige Politik das Risiko fallender Preise.

Zunächst einmal sind die Preise derzeit nicht im Fallen begriffen; sie steigen lediglich langsamer als sich die Notenbanker das wünschen. In der Eurozone etwa liegt die Kerninflation (die die schwankungsanfälligen Energie- und Lebensmittelpreise unberücksichtigt lässt) bei etwa 1% jährlich, und die Märkte erwarten, dass sie für das nächste Jahrzehnt weitgehend auf diesem Niveau verharren wird.

Die EZB betrachtet eine derart niedrige Inflation als absolut inakzeptabel. Sie definiert „Preisstabilität“ nicht als stabile – d. h. sich nicht verändernde – Preise, sondern als eine jeweils im Vergleich zum Vorjahr bei „mittelfristig unter, aber in der Nähe von 2%“ liegende Inflation innerhalb der Eurozone. Die US Federal Reserve und die Bank von Japan haben in ähnlicher Weise Inflationsziele von 2% festgelegt.

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