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Die Macht Europas nutzen

BRÜSSEL – Angesichts der geopolitischen Umwälzungen, die wir gegenwärtig erleben, ist es für die Europäische Union umso dringlicher, ihren Platz in einer Welt zu finden, die zunehmend von reiner Machtpolitik bestimmt ist. 

Dies ist eine Welt des geostrategischen Wettbewerbs, in der einige führende Politiker nicht davor zurückschrecken, Gewalt einzusetzen, und in der wirtschaftliche und andere Instrumente zu Waffen werden. Wir Europäer und Europäerinnen müssen unsere geistigen Landkarten anpassen, um mit der Welt so umzugehen, wie sie ist, und nicht so, wie wir sie uns erhofft hatten. Um zu vermeiden, dass wir zu den Verlierern des Wettbewerbs zwischen den USA und China werden, müssen wir die Sprache der Macht neu erlernen und uns selbst als geostrategischen Akteur der obersten Kategorie begreifen.

Es mag zunächst schwierig erscheinen, sich dieser Herausforderung zu stellen. Die EU wurde schließlich gegründet, um die Machtpolitik abzuschaffen. Sie hat für Frieden und Rechtsstaatlichkeit gesorgt, indem sie die Hard Power von der Wirtschaft, der Regelsetzung und der Soft Power getrennt hat. Wir waren davon ausgegangen, dass Multilateralismus, Öffnung und Gegenseitigkeit nicht nur für unseren Kontinent, sondern auch für die Welt insgesamt das beste Modell sei.

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