euro banknotes Mairo Cinquetti/NurPhoto via Getty Images

Der Euro wird 20

BRÜSSEL – In diesem Monat ist es 20 Jahre her, seit der Euro aus der Taufe gehoben wurde. Für den Normalbürger änderte sich wenig, bis 2002 Euro-Bargeld eingeführt wurde. Doch die „dritte Stufe“ der Wirtschafts- und Währungsunion, in der die Wechselkurse zwischen den ursprünglichen elf Mitgliedstaaten der Eurozone „unwiderruflich“ festgelegt wurden und die Zuständigkeit für die Geldpolitik an die neue Europäische Zentralbank überging, begann offiziell im Januar 1999. Was seitdem passiert ist, hält wichtige Lehren für die Zukunft bereit.

Die gängige Meinung 1999 war, dass Deutschland durch Einführung des Euro die größten Schäden erleiden würde. Abgesehen vom Risiko, dass die EZB nicht so hart gegen die Inflation vorgehen würde wie vor ihr die Bundesbank, sei die D-Mark überbewertet, und Deutschland habe ein Leistungsbilanzdefizit. Den Wechselkurs auf diesem Niveau festzulegen, so die Annahme, würde die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie vor gravierende Herausforderungen stellen.

Zwanzig Jahre später jedoch ist die Inflation sogar noch niedriger, als sie das war, als die Bundesbank das Sagen hatte, und Deutschland weist anhaltend hohe Leistungsbilanzüberschüsse auf. Letztere gelten als Beleg dafür, dass die deutsche Industrie zukonkurrenzstark ist. Dies bringt uns zur ersten Lehre der vergangenen 20 Jahre: Die Wirtschaftsleistung einzelner Euroländer ist nicht vorherbestimmt.

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