dcohen6_PHILIPPE LOPEZAFP via Getty Images_french election PHILIPPE LOPEZ/AFP via Getty Images

Putins Krieg sprengt die Wahl in Frankreich

PARIS – Wladimir Putins Krieg gegen die Ukraine hat gravierende Auswirkungen auf den französischen Präsidentschaftswahlkampf. Vor der russischen Invasion gab es unter den Spitzenkandidaten drei Putin-Unterstützer: den Linksaußen-Kandidaten Jean-Luc Mélenchon sowie die Rechtsaußen-Kandidaten Marine Le Pen und Éric Zemmour.

Während sich Le Pen (im Jahr 2017) stolz mit Putin fotografieren ließ, die Annexion der Krim guthieß und Chefin einer Partei war, die Kredite von russischen Banken erhielt, hat Zemmour seiner Bewunderung für Putin Ausdruck verliehen und ihn als „Patrioten“ bezeichnet. Mélenchon seinerseits befürwortet seit langem den französischen Nato-Austritt, worin sich sein Anti-Amerikanismus und seine Sympathie für lateinamerikanische Linke wie Fidel Castro und Hugo Chávez widerspiegelt. Alle drei Präsidentschaftskandidaten beharrten voll Zuversicht darauf, dass Putin nicht in die Ukraine einmarschieren würde.

Obwohl Putin alle drei Kandidaten überrumpelt hat, ist Zemmour der einzige, der bisher einen politischen Preis zu zahlen hatte. Le Pen verurteilte die Invasion umgehend und richtete ihren Wahlkampf neu aus, wobei sie Verbraucherthemen wie den abrupten Anstieg der Energiepreise in den Mittelpunkt stellte. Mélenchons Antwort ist schon verworrener: er würdigt zwar den Heldenmut der Ukrainer, sperrt sich aber gegen Waffenlieferungen an sie.  Wie Le Pen konzentriert er sich in seinem Wahlkampf in erster Linie auf soziale Themen, und vermeidet Diskussionen über den Krieg wann immer möglich.

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