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Mehr Chancen für afrikanische Bäuerinnen

WASHINGTON, DC – Über 60% aller berufstätigen Frauen in Afrika südlich der Sahara arbeiten in der Landwirtschaft. Aber die Bäuerinnen in der Region fahren oft nur eine magere Ernte ein, und zwar nicht aufgrund schlechten Wetters oder schwieriger Bodenverhältnisse, sondern wegen ihres Geschlechts – oder, genauer, wegen einer Vielzahl von Gesetzen, Maßnahmen, Programmen und Sitten, durch die sie erheblich benachteiligt werden.

Will man in der Landwirtschaft die Geschlechterlücke schließen, muss man das Problem von drei Seiten angehen: Die erste betrifft die Landrechte. In den meisten afrikanischen Ländern südlich der Sahara besitzen Frauen selten Land. Statt dessen haben sie oft Zugriff auf Land männlicher Verwandter, also ihres Ehemanns, Vaters oder Bruders. Dies macht sie sehr verletzlich: Bei einem Todesfall, einer Scheidung oder einfach einem Sinneswandel des männlichen Gegenparts kann es passieren, dass eine Frau über Nacht ihr Land verliert.

Die daraus entstehende Unsicherheit beeinflusst die Art, wie die Frauen das Land bewirtschaften. Da sie ständig Gefahr laufen, vertrieben zu werden, machen langfristige, produktivitätssteigernde Investitionen finanziell betrachtet keinen Sinn. Warum soll man Terrassen bauen, um die Erosion zu verringern und die Gesundheit des Bodens zu verbessern, wenn jemand anders, sobald die Arbeit beendet ist, das Land und die Verbesserungen für sich beanspruchen kann? Warum soll man eine Obstplantage pflanzen, wenn sie, sobald der letzte Baum im Boden ist, von einem anderen weggenommen werden kann?

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