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Die wahren Kosten von Trumps Handelskriegen

BRÜSSEL – Zumindest für eine Weile schienen die Handelsspannungen zwischen den USA und China sich bei einer „neuen Normalität“ eingependelt zu haben. Nachdem beide Länder hohe Zölle auf einen beträchtlichen Anteil der Waren des jeweils anderen verhängt hatten, sah US-Präsident Donald Trump von einer weiteren Eskalation ab. Doch nach einer weiteren ergebnislosen Runde bilateraler Handelsverhandlungen in Shanghai in der letzten Woche erklärte Trum, dass die USA ab 1. September 10%ige Zölle auf weitere chinesische Waren im Wert von 300 Milliarden Dollar verhängen würden.

Falls die neue Maßnahme wirksam wird, werden fast alle US-Importe aus China Zöllen unterliegen. (Die USA erheben schon jetzt 25%ige Zölle auf chinesische Importe im Wert von 250 Milliarden Dollar.) Obwohl die USA in ihrem Handelskrieg mit China außerdem nichttarifäre Handelsbarrieren verhängt haben, sind die gegenseitigen Zölle das sichtbarste Element des Streits – und sie dürften Amerika mehr schaden als China.

Eine Methode, die restriktive Wirkung der Handelspolitiken beider Länder zu vergleichen, besteht in der Betrachtung ihrer durchschnittlichen Zollsätze. Dies scheint für die USA ein relativ beruhigendes Bild abzugeben. Vor Trumps Amtsantritt betrug der durchschnittliche US-Zollsatz auf Industrieprodukte etwa 2% und lag damit leicht unter dem Chinas.

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