rpersaud13_ Jabin BotsfordThe Washington Post via Getty Images_trump Jabin Botsford/The Washington Post via Getty Images

Warum Trump Wahlbetrug schreit

LONDON – US-Präsident Donald Trump ortet bei der Präsidentschaftswahl vom 3. November - vielleicht nicht ganz überraschend - Wahlbetrug. Doch außer der Tatsache, dass in Bundesstaaten, wo er bei der Auszählung ursprünglich in Führung lag, immer noch Stimmen für seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden auftauchen, konnte er für seine Behauptungen noch nichts vorbringen, das als echter Beweis zu werten wäre. Der Präsident hat bereits seine Absicht erklärt, die Wahl vor den Obersten Gerichtshof der USA zu bringen, obwohl zum Zeitpunkt seiner Erklärung noch Millionen von Stimmen in zahlreichen Bundesstaaten auszuzählen waren.

Allerdings könnten Trumps Betrugsvorwürfe Teil einer von einem meisterhaften Manipulator geschickt eingesetzten psychologischen Strategie sein. In diesem Fall würde der Präsident möglicherweise den Weg dafür ebnen, unzählige Amerikaner davon zu überzeugen, seiner Niederlage die Legitimität abzusprechen.

Eine am Vortag und am Vormittag des Wahltags der US-Präsidentenwahlen 2016 durchgeführte einzigartige wissenschaftliche Studie, im Rahmen derer Veränderungen in der Einstellung von 1.000 Erwachsenen im wahlberechtigten Alter in den USA untersucht wurden, kam zu dem Ergebnis, dass die Konfrontation mit konspirativer Rhetorik im Hinblick Einmischungen in den Wahlgang tiefgreifende psychologische Wirkung hat. Insbesondere führte sie zu deutlich gesteigerten negativen Emotionen (Angst und Wut) und untergrub auch die Unterstützung für demokratische Institutionen.

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